Über Walhaie

Wissenswertes über Walhaie

Ein Großteil unserer Bevölkerung, vor allem die, die von Walhaien noch nie etwas gehört haben, denken es handelt sich um einen der über 500 Arten von Haien, die für den Menschen gefährlich und in ihrer Art unberechenbar sind. Dies ist jedoch ein weit verbreiteter Irrglaube! Lediglich zwei Prozent der Haie stellen für den Menschen eine ernsthafte Gefahr dar, wie zum Beispiel der Bullenhai und der Weiße Hai. Eher das Gegenteil ist der Fall: Ihr schlimmster Feind ist der Mensch, der durch Jagd, Fang und Umweltzerstörung die meisten Arten bedroht.

Der Walhai (Rhincodon typus) gilt als der größte aller noch lebenden Haie und er ist gleichzeitig der größte lebende bekannte Fisch. Bis zu 14 Meter beträgt ihre Länge und sie können ein Gewicht von über 12 Tonnen erreichen. Trotz ihrer beachtlichen Größe sind sie für den Menschen absolut ungefährlich.

Walhaie sind entgegen der weit verbreiteten Meinung keine reinen Planktonfresser, sondern sie sind aktive Filtrierer (bis zu 6000 l/h). Der Begriff Filtrierer legt hierbei nicht fest, welche Größe die Nahrungspartikel haben und Walhaie fressen durchaus auch Fische bis zur Größe von Makrelen und kleinen Tunfischen, wenn sie diese ins Maul bekommen. Der Eindruck, hier seien gewaltige Allesfresser am Werk, täuscht jedoch gewaltig.

Laut Forschungen wird allgemein vermutet, dass ihr Gehirn mit Hilfe spezieller Rezeptorzellen zahlreiche Signale der Umwelt gleichzeitig verarbeitet: mechanische, chemische, visuelle und elektrische Reize. Es ist nach wie vor ein großes Rätsel, auf welchen Wegen die Walhaie zu ihren jährlichen Treffpunkten gelangen und wie ihre innere Uhr funktioniert, die es ihnen ermöglicht, zur gleichen Zeit am gleichen Ort einzutreffen. Ebenso unerforscht bleibt es, wo genau sie sich die übrige Zeit des Jahres aufhalten. Unklar ist auch, ob sich bei den regionalen Zusammenkünften tatsächlich Tiere der gleichen Art einfinden, oder ob es sich hier um voneinander getrennte Populationen handelt. Gleichfalls im Dunkeln liegen Informationen über ihre Entwicklung bis zur Geschlechtsreife (Walhaie pflanzen sich erst im Alter zwischen 10 und 30 Jahren fort), ihr Paarungsverhalten oder ihre Lebenserwartung, die auf bis zu 100 Jahre geschätzt wird.

Bislang weiß niemand genau, wie viele dieser beeindruckenden Tiere es überhaupt noch gibt. Der Gigant ist in vielem noch rätselhaft, obwohl er in allen tropischen Meeren, besonders zwischen dem Äquator und dem 30. bis 40. Breitengrad vorkommt. Zu bestimmten Jahreszeiten treffen sich die mit einer Höchstgeschwindigkeit von 5 km/h gemächlich dahin gleitenden Einzelgänger, die im Gegensatz zu anderen Haiarten beim Schwimmen ihren ganzen Körper, und nicht nur die Schwanzflosse, mit Seitwärtsbewegungen einsetzen, in für sie offenbar sehr reizvollen Meeresgebieten.